5 Gründe, warum Linkbait scheiße ist

By | 5. September 2014

Gestern wurde mir ein Blogartikel eines „Techbloggers“ in die Timeline retweeten mit verheißungsvollen Titel: „5 Gründe warum ich mein OnePlus Plus [sic] wieder verkauft habe“.

So ein Titel macht natürlich direkt neugierig. Immerhin benutze ich selber das OnePlus One seit einigen Wochen als mein tägliches Smartphone und bin, bis auf die gewöhnungsbedürftige Größe, eigentlich recht zufrieden.

Welche 5 Gründe können also den Verfasser dieses Artikels konkret haben, sein Gerät wieder loswerden zu wollen.

Also, fix geklickt, warum genau passt ihm das OnePlus One nicht?

Der Artikel selber ist dann jedoch imho nichts anderes als eine Farce.

Anstatt sich im Detail mit dem OnePlus One als solches auseinanderzusetzen, kommt direkt im zweiten Satz (bzw. als zweite Überschrift) die Einschränkung „Nicht das OnePlus One ist das Problem“ (Ach, ich dachte genau darum gehts?!) und danach eine Abrechnung des Autors  mit dem OS Android im allgemeinen.

Laut Autor gab es immer eine App, die Ärger gemacht hat, CPU Last erzeugt und den Akku leergezogen hat, sei es Twitter, Instagram oder whatever. Und finge mal einmal mit Android an, wäre man ja sowieso nur noch rumbasteln am System.

Dem Autor gefällt also Android nicht. Und Google schon mal gar nicht. Er ergeht sich in Schwurbeleien, wie „frei“ und „gratis“ Android überhaupt noch sein kann, wenn es doch mit den Daten der User erkauft wird (was bei Apple ja ganz anders aussieht).

Dann wird erstmal der Play Store gebasht und in dem Zusammenhang gleich die gesamte Android-Community. Diese unterläge einer unsäglichen Kostenlos-Kultur und wird deswegen mit einem vor Schrott überquellenden Play Store bestraft.

Natürlich gibt es im Play Store ganz unverschämte RipOffs und unsäglich beschissene Apps. Von der Hirnlosigkeit vieler Kommentar ganz abgesehen. Aber Android ist halt auch durch viele günstige Geräte ein OS der Masse und der Jugend geworden, die sich nicht jede neue Iteration von $iDevice leisten können oder wollen. Und wie sagt man so schön, je größer die Gruppe desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Idioten anwesend sind.

Mit der lebhaften, produktiven und extrem hilfsbereiten Teil der Community wie z.B. bei den XDA-Developers oder diversen Youtube-Channels hatte der Autor anscheinend leider keinen Kontakt. Eine handvoll Kommentare im Play Store lesen reicht anscheinend, um mit der Community insgesamt abschließen zu können.

Bei Apple wiederum gerät man förmlich ins Schwärmen über die Auswahl an günstigen exclusiven Games und Produktiv-Apps.

Natürlich ist der Autor erklärt kein „Apple-Fanboy“ aber bei Sätzen wie : „Und genau dafür bezahle ich gerne mehr! Betriebssystem, Design, Online-Services, jahrelange OS Updates und die erstklassigen Apps. Dazu die Einbindung in eine gemeinsame Systemwelt“  habe ich da schon meine berechtigten Zweifel. Dass man nicht mal in einem kritischen Nebensatz erwähnt, dass Apple genauso von den Daten seiner User lebt wie Google, zeugt da schon von einer gewissen Verblendung oder Kritikunfähigkeit. Die ganze Argumentation beschränkt sich auf „Google Pfui – Apple Hui!“ – das ist dann schon recht einseitig formuliert.

Abschließend kommt man zu dem Fazit:

„Für mich steht aktuell allerdings fest, ich kann als OS X User und Google-Vermeider aktuell nicht auf Android wechseln.“ und dann wird man noch ironisch, weil man ja die vorher „modern reißerisch angekündigten“ 5 Gründe noch nachreichen will.

Man gibt an dieser Stelle also ganz klar zu, hier nur LinkBait im Stile von Buzzfeed betrieben zu haben, mit einem aktuell heiß diskutiertem Produkt in der Headline und einem Artikel, der mit der Headline dann mal gar nichts zu tun hatte. FUUUUUU!

„Gründe, warum ich Android nicht mag. Gründe, warum meine Daten bei Apple besser aufgehoben sind als bei Google. Gründe, warum ich die Android-Community nicht mag.“

All das wären inhaltlich passende Headlines gewesen, aber man muss ja die wichtigen Buzzwords unterbringen in der Hoffnung ein paar Hits zu ziehen.

Ich hab mich massiv geärgert, darauf reingefallen zu sein. Und dann hab ich mich darüber geärgert, mich darüber geärgert haben zu müssen. Ein Ärger-Bullshit Clusterfuck gewissermaßen.

Eigentlich müsste man sowas ja großflächig ignorieren. Aus diesem Grund werde ich auch den zitierten Artikel nicht verlinken, ich will diese Unart der Online-Schreibe nicht auch noch unterstützen, wer will kann sich das ja ergoogeln.

Ach ja, ich muss ja noch meiner Überschrift gerecht werden. Hier also die 5 Gründe, warum Linkbait scheiße ist:

  1. Man verarscht den Leser mit Headlines, die mit dem Artikel nichts zu tun haben
  2. Linkbait ist scheiße
  3. Man braucht nicht für alles und jedes X Gründe
  4. Linkbait ist scheiße
  5. Mit Buzzwords Aufmerksamkeit für seinen Spartenblog erhaschen zu wollen ist so 2011
  6. siehe 2. und 4.

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