Selbstvermessung und deren Kommunikation nach Außen

By | 29. August 2014

Moinsen.

Zugegeben, ich mag Gadgets, Apps und neue Technik. Der Markt der „Wearables“ und Fitnesstracker boomt ja derzeit so massiv, dass man davon ausgehen kann, dass in 10 Jahren keine übergewichtigen Menschen mehr existieren.

Mit dem Aufkommen von Runtastic, Runkeeper, Komoot, Fitbit, Jawbone’s Up und wie sie alle heißen, ist aber auch eine Sache angestiegen: Der automatisierte und ungefilterte Output dieser Daten in alle möglichen sozialen Netzwerke. Meist in Form von den vorformulierten Standard-Texten, ist ja am einfachsten. Jeder geloggte Dauerlauf, jedes Nickerchen kann auf Twitter gepusht und bei Facebook gepostet werden.

Dabei ist es doch offensichtlich: Die allermeisten interessieren sich überhaupt nicht dafür! Meist ist sogar eher von diesen Roboter-Tweets genervt. Unnütze, uninteressante Informationen über das Privatleben irgendeinen Twitterusers. Nicht umsonst bieten viele Twitter-Apps an, bestimmte Clients für ausgehende Tweets komplett zu sperren. Foursquare, Runkeeper, Withings – alles raus aus der Timeline!

Die Frage stellt sich ja auch warum macht man das? Welchen Mehrwert gibt es einem? Es spricht ja überhaupt nichts dagegen, diese Daten für sich selber zu loggen und zu archivieren z.B. um das eigene Schlafverhalten zu analysieren oder seinen Trainingsfortschritte transparent verfolgen zu können. Aber ungefragt alles der breiten Öffentlichkeit unter die Nase reiben? Vielleicht ist das ja eine Art harmloser Narzissmus. Immerhin verletzt man dadurch keine Leute, man geht ihnen im schlimmsten Fall nur auf den Keks.

Ich persönlich kann für mich ganz gut filtern und bin nicht sonderlich genervt von solchen Tweets, auffällig ist es aber manchmal schon. Sonst würde ich mir solche Fragen nach dem „Warum?“ gar nicht stellen.

Aber: Wie handle ich persönlich die Daten?

Jetzt wird es interessant für alle Stalker oder solche die es werden wollen.

Seit einigen Monaten trage ich jetzt auch regelmäßig ein Up24 von Jawbone, um meine Bewegungen und meinen Schlaf zu analysieren. In der Anfangsphase bin ich auch der Versuchung erlegen, jeden Morgen meine Schlafdauer der desinteressierten Öffentlichkeit auf Twitter automatisch mitzuteilen, aber mir ging es nach 3-4 Tagen selber auf den Keks. Die Tweets hatte ja nicht *ich* abgeschickt, sondern nur irgendein herzloser Algorithmus. Kalte Daten, ohne Message.

Deswegen habe ich diese Funktion schnell wieder abgeschaltet und logge jetzt alle meine gesammelten Daten zwar immer noch „öffentlich“ aber so gesehen doch nur passiv auf einem eigens dafür eingerichteten WordPress-Blog auf der Sub-Domain up.failstar.de. Das heißt für mich, ich kann alle Daten, die ich veröffentlichen möchte, öffentlich einsehbar ins Netz stellen, ohne damit anderen ungefragt in die Timeline zu rotzen.

Diesen Blog befülle ich mich entsprechenden „Rezepten“, die ich bei IFTTT erstellt habe. Grade IFTTT habe ich lange Zeit nur recht stiefmütterlich betrachtet. Mir war bewusst, dass es den Dienst gibt und was er ungefähr macht, aber erst in der letzten Zeit bin ich eigentlich darauf gekommen, wie mächtig dieser Service sein kann, wenn man ihn richtig nutzt.

Also, wie ist der momentane Stand der IFTTT-Rezepte? Womit befülle ich meinen Stalker-Blog?

Derzeit sind folgende Rezepte aktiv:

Nach jedem analyiserten Schlaf per JawboneUp wird ein Blogpost mit Einschlafzeit, Aufwachzeit, Schlafdauer und Anteil von Tiefschlaf erstellt mit einem Link auf die entsprechende Grafik. Gleiches passiert täglich mit der Bewegungsanalyse. Es werden getätigte Schritte, ungefähr zurückgelegte Kilometer und die Zeit der Gesamtaktivität gepostet.

Dazu habe ich jetzt ein Konto bei Withings ebenfalls mit WordPress verbunden und zu gucken, ob ich nicht doch langsam mal ein paar von den überflüssigen Kilos loswerde.

Heute hinzugefügt habe ich dann eine Möglichkeit, meine Runkeeper-Trainingseinheiten ebenfalls zu posten. Dieses geschieht zwar nicht vollautomatisch, weil Runkeeper keine offizielle Schnittstelle zu IFTTT anbietet, aber ich habe einen recht komfortablen Workaround gebastelt.

Nach einem Runkeeper-Training kann der Trainingsverlauf auch per Mail „geshared“ werden. Diese Mail versehe ich mit dem Hashtag #Runkeeper und schicke sie an trigger@ifttt.com. Weil die Mail von meiner bestätigten Mail-Adresse abgeschickt wird, löst sie einen Trigger aus, über den die Daten der Mail als Posting auf dem Blog umgesetzt werden mit einem Link zu der entsprechenden Runkeeper-Site.

Darüber hinaus lasse ich mir jetzt auch per IFTTT meine Instagram-Bilder direkt bei WordPress als Post hochladen sowie alle favorisierten Pocket-Elemente bei Evernote archivieren.

Der Blog wird sonst von mir nicht manuell gepflegt, hat keine sonstigen Anbindungen nach außen und soll auch nicht irgendwie toll aussehen. Schlicht, einfach, automatisiert und transparent. Das war meine Zielsetzung und ich bin bisher damit ziemlich zufrieden.

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