Zwischen den Stühlen

By | 12. Mai 2014

Am 30.06.2014 läuft mein aktueller Arbeitsvertrag aus. Kurz vor Weihnachten hatte mich der stellvertretende Abteilungsleiter darauf angesprochen, dass sie gerne eine Verlängerung anstreben und den Vorgang entsprechend im Direktorium anschieben wollen würden.

Seitdem kam vom Chef nix.

Wie bestimmt an einigen Stellen schon durchgeklungen ist, bin ich mit meiner Position hier bei der Arbeit nicht sonderlich zufrieden. Derzeit kümmere ich mich quas in Personalunion um die neue Active Directory Infrastruktur und bin Ansprechpartner der Kollegen für alle Problemchen, die auch nur ein bisschen nach Microsoft riechen und verdiene mit einigem Abstand dafür am wenigstens in der ganzen Abteilung. Kein Zustand, auf den ich Bock habe.

Jetzt kam ein Brief direkt vom Direktorium, in dem mir bestätigt wurde, dass eine Verlängerung angestrebt wird. Aufgrund unklarer Finanzierungssituation in einem Projekt, könne man aber bis Ende Juni keine verbindliche Aussagen geben. Zudem würde vorerst nur ein Anschlussvertrag bis Ende des Jahres möglich sein, dann müsste man noch einmal die Gegebenheiten klären.

Meine Situation ist jetzt folgende:

Einerseits würde ich gar nicht verlängern wollen, zumindest nicht zu den aktuellen Konditionen. Ich krieg es einfach nicht in meinen Schädel hier für den kleinsten Lohn mit die größte Verantwortung aufgebürdet zu kriegen. Andererseits gäbe es nur die Alternative, jetzt schleunigst nach einem neuen Job zu suchen. Darauf hab ich aber auch nur minimal Bock, vor allem wenn man von den vermeintlich coolen Jobs, die grade verfügbar sind, zeitnah direkt Absagen bekommt und man bei dem Rest der Anzeigen auf dem Arbeitsmarkt direkt ne allergische Reaktion kriegt.

Ich überlege derzeit, ob mir der Brief von der Direktionsassistenz nicht als Ausrede dienen kann, mal direkt ein Gespräch mit dem Vorgesetzten meines Chefs zu suchen. Immerhin haben die sich ja direkt an mich gewandt, da kann ich ja auch auf direktem Wege antworten, mich für das Angebot bedanken, aber gleich kommunizieren, dass ich bis Ende das Jahres wohl verlängern könnte, aber man noch mal über die derzeitige Situation und meine Konditionen diskutieren müsse.

Damit würde ich zwar meinen Chef quasi hintergehen, aber andererseits entspricht das ja auch genau seiner Vorgehensweise. Er kommuniziert ja auch nicht direkt sondern am liebsten hinterrücks. Mit Dolch. Oder Gift. So oder so werde ich der Sündenbock sein, vor allem wenn ich mitten in der von mir hauptsächlich mitgetragenen Migration das „Unternehmen“ verlasse.

Dann wird sowieso jedes Problem auf meine schlampige Arbeit geschoben werden, so wie für die jetzige Situation die Leute verantwortlich sind, die vor mir gegangen sind.

Naja, wie man es macht, macht man es falsch. Zum derzeitigen Zeitpunkt gehe ich aber noch davon aus, ab dem 30. nicht mehr hier beschäftigt zu sein, und wenn weiter Absagen eintrudeln, werde ich mich wohl oder übel auf die Bürokratieschlacht mit der Arbeitsagentur einlassen müssen um finanziell über die Runden zu kommen.

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