Das Raum-Zeit-Kontinuum der Bahn

By | 10. April 2014

Ich bin ja in der „glücklichen“ Situation, jeden Tag die Dienstleistungen der Bahn in Anspruch nehmen zu „dürfen“.

Dass bedeutet, dass ich , zusammen mit fast 340.000 anderen, innerhalb des Einzugsgebietes der staatlich anerkannten Pendlerhauptstadt Frankfurt (Main) wie die Lemminge durch so architektonische Meisterwerke wie Hanau Hbf. oder Frankfurt Ostbahnhof an meinen Arbeitsplatz kutschiert werde.

Dabei ist mir in der letzten Zeit vermehrt ein neues „Feature“ bei der Deutschen Bahn aufgefallen.

Üblicherweise kannte ich die Verspätungsansagen als Hinweis auf ein in der Zukunft liegendes Ereignis. Sprich: Man bekam vorher am Gleis, per Durchsage und/oder Anzeige, bekanntgegeben, bei welchem Zug welche Verspätung zu erwarten ist. 

Seit neuestem ist dieser Service anscheinend etwas umgemodelt worden zu einer Art Ansage des „Ist-Zustandes“. Übliches Beispiel, man steht am Gleis und wartet z.B. auf den Zug um 7.30, der nach Anzeige und Internet ohne Verspätung unterwegs ist. Um 7.35 ist der Zug immer noch „pünktlich“ bis dann um 7.36 die Ansage kommt, dass der 7.30er heute mit ca. 5 Minuten Verspätung erwartet wird. Gleiches wiederholt sich auch gerne um 7.40 mit dann erwartete 10 Minuten und manchmal dann auch um 7.45.

Meiner Meinung nach sind diese Ansagen ja dann vollkommen redundant. Man stelle sich vor, ich weiß von den 10 Minuten Verspätung, weil ich seit 10 Minuten am Gleis stehe und auf den „pünktlichen“ Zug warte. Wen interessiert die Ansage, wie viel Verspätung der Zug grade hat? Ich will doch nur, optimalerweise im voraus, wissen, mit wie viel Verspätung ich noch zu rechnen habe!

Das ist vor allem sinnvoll, wenn man sich, zumindest theoretisch, zeitnah um Alternativen kümmern möchte. So kann man gerne an Gleis 1 auf den „pünktlichen“ 7.30er warten, der dann doch 10 Minuten Verspätung hat, und dabei dem anderen, späteren Zug in die richtige Richtung an Gleis 127 beim Abfahren zugucken. Dass man den Zug hätte nehmen können, wenn man von der Verspätung gewusst hätte: Who cares?

Regt mich auf!

Und dabei rechne ich in meine Aufregung noch gar nicht ein, dass die Pendlerzüge sowieso am Limit fahren,  ständig überfüllt sind, mein „Stammzug“ abgeschafft wurde und  man aus unerklärlichen Gründen ein 30 Minuten „Loch“ am Abend hat, in dem überhaupt keine Züge in meine Richtung fahren. Vorher fährt alle 5 Minuten einer, dann 30  Minuten nix, dann wieder alle 5 Minuten. Und dass zur Haupt-Feierabendzeit. Total unverständlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.