The Following

By | 31. März 2014

[Spoiler Rant Alert]

Ich gebe zu, ja, wir gucken „The Following„. Zum einen weil ich Kevin Bacon sehr mag und für einen ziemlich unterschätzten Schauspieler halte, zum anderen, weil ich eszumindest in der Anfangsphase sehr spannend fand und man halt auch bei angefangenen Serien immer gerne wissen will, wie es denn weiter- bzw. ausgeht.

Allerdings weiß ich nicht mehr, wie lange meine Geduld bzw. Neugierde noch ausreicht mich bei der Stange zu halten. Die Serien hat nämlich einen eklatanten und überaus nervigen Haken: ausnahmslos alle Akteure beim FBI und der Polizei handeln wie hirnamputierte Vollidioten.

Man kann es nicht beschönigen, in jeder Folge gibt es mindestens eine himmelschreiend offensichtliche Fehlentscheidung die in letzter Instanz dazu führt, dass jemand verletzt oder getötet wird und Joe Carroll oder einer seiner Follower entwischen kann.

Um sich einen kleinen Überblick zumindest über die erste Staffel zu verschaffen, kann man mal einen Blick hierauf werfen, eine kleine Auflistung von Epic Fails unter der Überschrift „All of the Law-Enforcement Fails on The Following (So Far)“ [Spoiler-Alert, obviously].

Zugegeben ist das ein Problem, dass viele Krimi-Serien haben. Wahrscheinlich ist es schwierig, komplexe Handlungsabläufe und „Exit-Strategien“ zu konstruieren, die zum einen in sich logisch, zum anderen spannend und dann auch noch polizeitaktisch korrekt sind. Grade in den USA wäre es wahrscheinlich realistischer, wenn der Bösewicht in der 2 Folge von 90 Kugeln durchsiebt wird, aber das füllt nun mal keine Season.

Trotzdem kommt „The Following“ hier eine Sonderrolle zu, denn es passiert wirklich in jeder Episode!

Ich habe mich bei der letzten Folge echt ernsthaft aufgeregt, weil die „fähigen FBI Agenten“ so unglaublich offensichtliche und vorhersehbare Dummheiten begehen. Man kann beim Zuschauen quasi darauf warten und vorhersagen, welche Fehler wohl als nächste begangen werdenund liegt fast nie falsch. Sie machen einfach ALLE Fehler die möglich bzw. nötig sind, um den Bösen in die Hände zu spielen.

Und hier greift ein zweiter Aspekt, den ich bei der „Time“ aufgegriffen habe: „Why The Following Just Might Be the Most Insulting Show on TV“ [Spoiler, again, d’uh]

Es geht darum, dass eine Prämisse der Serie die ist, dass Joe Carroll eine Art Genie, ein brillianter Taktiker und Manipulator ist, der den Polizeibehörden ständig zwei Schritte voraus ist.

Das Problem ist nur leider, dass der Erfolg Carrolls weniger auf seiner Genialität beruht, als auf der Unfähigkeit seiner Verfolger. Die ganze Spannung der Serie basiert also auf der Annahme, dass der Zuschauer akzeptiert, dass die Behörden unfähig sind. Um den Artikel der Time zu zitieren:

„As result, the entire series to date has left the viewer with the increasing feeling that, just maybe, the good guys aren’t very good at what it is they do.“

Und genau so geht es mir auch. Das FBI und die Polizei machen Fehler. Unverzeihliche Fehler. Ständig.

So baut man bei mir keine Spannung auf, sondern Resignation. Es geht nicht darum, welchen genialen Plan Carroll als nächstes wieder aus dem Ärmel zieht, sondern darum, mit welcher Idiotie das FBI wieder nicht in der Lage sein wird, ihn zu stellen.

Und ehrlich gesagt, vergeht mir langsam die Lust, mich weiter über diese Unfähigkeiten aufzuregen.

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