Only God Forgives

By | 13. Februar 2014

„Ist das jetzt Kunst? Oder Trash? Oder kann das weg?“

Das waren so ziemlich meine Gedanken nachdem ich mir jetzt  mal *den* „Skandalfilm“ des letzten Jahres von Nicolas Refn angetan habe. Erwartet habe ich im Vorfeld schon nicht allzu viel und trotzdem wurde ich enttäuscht. Der als amoralisch, dunkel und brutal propagierte Film über die Rache einer amerikanischen Familie von Drogenschmugglern an einem unbestechlichen und unbarmherzigen Thai-Cop, der für den Tod eines Sohnes verantwortlich ist, dümpelt trotz der beeindrucken düsteren Kulisse Bangkoks eher lahm und langweilig vor sich her.

Die von einigen herbeigeredeten „Abgründe der menschlichen Seele“ die der Film angeblich offenbart, haben sich mir jedenfalls nicht erschlossen. Die Figuren waren für mich einfach viel zu entmenschlicht und konsequent auf flache Stereotype heruntergekocht , um überhaupt  mit  moralischen Standards von „echten“ Menschen verglichen werden zu können. Alle Charaktere sind so eindimensional in ihren Ansichten und Handlungen, dass überhaupt keine schauspielerische oder charakterliche Entwicklung stattfindet. Die Drogendealer-Obermutter ist egozentrisch und skrupellos wie aus dem „Lexikon der hässlichen und unsympathischen Amerikaner“ und Ryan Gosling und der unbarmherzige, schwertbewaffnete Thai-Cop liefern sich ein olympiareifes Duell um die „Schauspielerische Darstellung mit minimalmöglicher Mimik“.

Was vielleicht emotionale Distanziertheit und Skrupellosigkeit ausdrücken sollte, verkommt bei Gosling zu demonstrativer Langeweile und bei Vithaya Pansringarm zu einer deplaziert entrückten „Zen-Optik“. Dazu tragen auch die ganzen „verkunsteten“ Sequenzen bei, die wahrscheinlich ganz viel Symbolik transportieren sollen, aber bei mir einfach nicht zündeten und vor allem die, unverständlicherweise einen Zengarten gemorphte, Schlusssequenz.

Das Einzige, was ich dem Film zugute halten kann: Ich mochte die Bild-Dramaturgie. Schöne, düstere Bilder aus dem Box- und  Bordell-Milieu der Protagonisten und den Straßen Bangkoks. Aufgebrochen mit Sequenzen aus der Hotel-Suite über den Dächern des Molochs und sogar ein bisschen Natur, wenn man den Polizisten beim Schwerttraining beobachten darf. Dazu tolle Kamerafahrten und Einstellungen die mir als Gesamtkonstrukt sehr gefallen haben.

Doch diese schönen Bilder haben es nicht geschafft, den Film für mich insgesamt zum positiven zu wenden. Zu flach sind die Figuren, zu simpel der Plot, zu durchschaubar die Charaktere, zu plakativ die Gewaltdarstellung und zu langweilig und aussagebefreit der Klimax.

(3 / 10)

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