Rush

By | 20. Januar 2014

Aktueller Watchblog: Rush – Alles für den Sieg von Ron Howard mit Daniel Brühl (ausgezeichnet) als Niki Lauda und Thor als James Hunt.

Ich bin ja nicht der größte Formel 1 Fan, eigentlich rangiert mein Interesse am Motorsport sogar noch hinter Skispringen. Und Skispringen finde ich richtig langweilig.

Aber an Ron Howards Biopic über die fast schon legendäre Rivalität zwischen dem jungen, ehrgeizigen, disziplinierten Formel 1 „Arbeiter“ Niki Lauda und dem ebenbürtig talentierten Macho und Lebemann James Hunt kam ich dank dem gut aussehenden Trailer und der positiven Medienresonanz nicht vorbei.

Diese Rivalität ist das Grundgerüst des Filmes. Schon in der ersten Begegnung der beiden Kontrahenten in der Formel 3 kommt es fast zu einem Unfall und schon sind die Unsympathien der beiden zueinander geklärt. Der begnadete Techniker und Perfektionist Lauda auf der einen, der Playboy Hunt auf der anderen Seite des Spektrums, vereint nur in ihrem Talent zum Rennfahren und im Wille zum Sieg über den Anderen.

Als storytechnischer Klimax dient der schwere Unfall von Niki Lauda auf dem Nürburgring 1976, auf dem Weg zur Formel 1 Weltmeisterschaft,  nach dem er trotz schwerer Verletzungen innerhalb kürzester Zeit wieder ins Cockpit steigt um im letzten Rennen mit James Hunt um die Meisterschaft zu fahren.

Obwohl Rush größtenteils auf Tatsachen besteht, ist er weniger Dokumentation als ein Spielfilm, und ein überraschend guter noch dazu. Auch wenn Begebenheiten geändert, Personen vertauscht und die gezeigten Rennwagen nicht originalgetreu sind, stellte sich bei mir das Gefühl ein im Cockpit mit dabeigewesen zu sein.

Zum einen weil Daniel Brühl den Niki Lauda mit Gestik, Mimik und nicht zuletzt der markanten Mundart zum verwechseln ähnlich sieht, zum anderen durch die perspektivische Ausarbeitung der Rennszenen.

Schnelle Schnitte – vom Cockpit aufs Lenkrad aufs Gaspedal auf die Strecken-Kamera auf die Boxengasse und zurück auf die Cockpitsicht in 5 Sekunden – und die beeindruckend donnernde Geräuschkulisse der Rennmotoren lassen echtes Rennfeeling aufkommen. Wenn ein durchschnittliches Formel 1 Rennen auch nur annähernd so mitreissend inszeniert wäre, ich würde jedes Rennwochenende vor der Glotze kleben.

Kleiner Wermutstropfen ist maximal, dass es die anderen Darsteller schwer haben, sich mit Daniel Brühls schauspielerischer Leistung zu messen. Aber das liegt wohl auch daran, dass Lauda in Deutschland eine bekannte Person ist und so die Qualität der Darstellung für uns einfacher zu erkennen ist.

Ich war auf jeden Fall positiv überrascht, dass mich ein Film, der mit thematisch quasi kaum interessierte, so mitreißen konnte. Ein wirklich benzingeladenes Biopic, dass sich keine nennenswerten Schwächen leistet und mich über die ganze Länge mitnehmen konnte. Dem tat auch kein Abbruch, dass das Ende ja auf den wahren Ereignissen beruht und somit keine wirkliche Überraschung ist. Hilfreich ist es natürlich für denjenigen, der die Hintergrundgeschichte gar nicht kennt.

Alles in allem von mir (8 / 10) für ein tolles Filmerlebnis und vor allem Daniel Brühl (Hätte nicht gedacht, dass ich sowas mal sage).

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