The Wolverine

By | 11. November 2013

Dieses Wochenende mal „The Wolverine“ abgehakt. Vorab gesagt, ich fand die bisherigen Iterationen der X-Men Kinofilme ziemlich gelungen. Keine große Filmkunst aber gradliniges, unterhaltsames Action-Popcornkino.

„The Wolverine“ schlägt in die gleiche Kerbe, versagt aber meiner Meinung nach in einigen Punkten, die die Vorgänger richtig gemacht haben.

Zeitlich angesiedelt nach den drei X-Men Filmen, lebt Wolverine jetzt zurückgezogen und von Erinnerungen an bzw. Träumen von der tote Jean Grey geplagt als Einsiedler in den Wäldern.

Doch seine selbstgewählte Einsiedelei verhindert nicht, dass ihn ein Ereignis aus seiner Zeit in japanischer Kriegsgefangenschaft einholt. Im Prolog des Filmes sieht  man, wie Wolverine sich in Gefangenschaft einem japanischen Wachsoldaten das Leben rettet. Dieser Soldat, Yashida, wird über die Jahre zum CEO eines großen Konzerns und sendet, alt und tödlich erkrankt, nach Wolverine aus um ihm seinen letzten Dank zu sagen bzw. vor seinem Tod noch Abschied zu nehmen.

Da Wolverine einem Sterbenden ja schlecht absagen kann, fliegt er also mit nach Japan, wo er zuerst feststellen muss, dass Yashida noch ganz andere Pläne mit ihm hat, er sich aber  prompt trotzdem in die Tochter von Yashida verguckt, von einem anderen Mutanten (Viper, einem Poison Ivy Verschnitt) seiner Selbstheilungskräfte beraubt wird und sich danach bis zum großen Showdown mit dem „Silver Samurai“ durch diverse Yakuza- und Ninjahorden metzelt.

Der einzig Neue Aspekt an den Actionszenen ist, dass Wolverine sich diesmal mit seiner Verwundbarkeit auseinandersetzen muss. Seine Wunden heilen nicht mehr und er macht die Erfahrung von Verletzlichkeit und Schwäche. Dieser Aspekt hätte an sich Potential, äußert sich aber meist nur darin, dass Wolverine ein paarmal das Gesicht verzerrt oder ins Wanken gerät. Darüber hinaus hat er anscheinend keine Probleme damit, auch nach diversen Schuss- und Stichverletzungen die Zähne zusammenzubeißen und weiter zu Schnetzeln.

Mein größtest Problem mit „The Wolverine“ war die Vielzahl von Fraktionen, die im ständigen Wechsel auftraten und alle eigene Motive und Hintergründe hatten. Wo sonst die X-Men Fraktionen mit „Wir gegen Die“ recht eindeutig definiert waren, wurde hier wohl versucht, so etwas wie Abwechslung oder Handlungstiefe zu generieren. Dass ist allerdings Fehlgeschlagen. Die Vorgänger haben deswegen für mich so gut funktioniert, weil man eben wusste, wer warum gegen wen in den Kampf gezogen ist und man keiner überflüssigen Pseudo-Handlung folgen musste. Dem Wolverine ist es im Endeffekt auch egal, warum jetzt welche Yakuza, Samurai oder Ninjakämpfer  hinter ihm her sind. Er muss die Motivation seiner Gegner nicht kennen, die er vermöbelt, warum wird dem Zuschauer so eine unausgegorene Story zugemutet?

Darüber hinaus hat mich tierisch gestört, dass jeder weibliche Darsteller eine zutiefst nervige Figur war. Mariko Yashida als passive „Geliebte to come“, ihre kampferprobte „Bodyguard-Freundin“ Yukio, die in 4 von 5 Szenen einfach nur mit einer Ausstrahlung eines Toastbrotes seltsam angewidert in der Gegen rumguckt und dem Mutanten Viper, die mit ihrer Arroganz und ihrer inszenierten Distanz zu dem ganzen Geschehen überhaupt kein Profil aufbauen konnte.

Um mein persönliches Fazit zu ziehen: Die Actionsequenzen waren wieder sehenswert, aber die Darsteller und die aufgepfropfte Story haben dem Film  nicht gut getan. Ich war enttäuscht und Wolverine ist für mich der bisher schlechteste Film der X-Men Reihe.

(4 / 10)

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