Hard Candy

By | 6. November 2013

Frisch aus dem Watchlog: Hard Candy von 2005 mit Ellen Page und Patrick Wilson.

Worum gehts:

Patrick Wilson spielt Jeff Kohlver, einen 32jährigen, recht erfolgreichen Fotografen, der über das Internet die 14jährige  Hayley Stark kennenlernt und sich mit ihr anfreundet.

Nach 3 Wochen Geplänkel in Onlinechats vereinbaren die beiden ein Treffen in einem Cafe und Hayley lässt sich in der Konsequenz von dem älteren Fotografen in sein Haus einladen.

Dort angekommen fängt die recht forsche und frühreife Hayley an, relativ offensichtlich mit Jeff zu flirten und ihn augenscheinlich zu verführen. Um die Situation ein bisschen aufzulockern, mixt Hayley zwei Screwdriver, präpariert aber einen Drink mit einem Schlafmittel.

Als die Wirkung bei Jeff einsetzt, verliert er das Bewusstsein, erwacht aber wenig später – allerdings an einen Bürostuhl gefesselt und von Hayley mit den Vorwürfen konfrontiert, ein Pädophiler zu sein, der seinen Job als Fotograf dazu ausnutzt, minderjährige Mädchen halbnackt abzulichten und sexuelle zu missbrauchen.

Ab diesem Zeitpunkt wird klar, die ganze  Situation war von Hayley eingefädelt, Jeff ist in eine elaborierte Falle gestolpert.

Der erste Part des Films hat mich nicht wirklich abholen können Viel Geplänkel, relativ belanglose Dialoge und auch die ersten Minuten der Konfrontation könnten spannender sein. Hayley wirft Jeff Pädophilie vor, Jeff leugnet. Hayley findet zwar in einem Safe nach ihren Aussagenden strafbares Material, worum es sich aber genau handelt, wird nicht thematisiert.

Im weiteren Verlauf der Konfrontation nimmt Hard Candy allerdings wesentlich an Fahrt auf und entwickelt sich zu einem Psychothriller in Kammerspiel-Manier.

Der ausgelieferte Jeff, der verzweifelt versucht, sich zu befreien, Hayley, die perfide Psychotricks und Folter einsetzt – dass ist auf jeden Fall starker Tobak und nichts für schwache Nerven. Getragen von der Auseinandersetzung der beiden Protagonisten kommen immer mehr Details über die Hintergründe ans Licht, die Hayley zu ihren Aktionen motivieren.

Die moralische Frage rückt auch hier in den Hintergrund. Ist Hayley eine bewundernswerte Rächerin aller missbrauchten Teenager? Eine psychisch gestörte Sadistin? Oder irgendwo dazwischen, in einer moralischen Schattenwelt, in der der Zweck die Mittel heiligt?

Wer ist Opfer, wer ist Täter? Bis zum Schluss wird diese Konstellation nicht eindeutig, mit jeder Wendung des Films erfährt man mehr und muss sich selber sein Urteil bilden.

Diesen Part fand ich wie gesagt sehr spannend. Bis zum Ende hin ist nicht klar, wer jetzt in der Situation im Endeffekt die Oberhand behält und das Ende war zwar einigermaßen erwartbar, aber trotzdem im Bezug zum ganzen Film sehr stimmig.

Hard Candy hat mich zwar emotional nicht so mitgenommen, wie viele andere, aber trotzdem war es ein gut guckbarer Film, nicht zu weichgespült mit teilweise sehr verstörenden Szenen und sehr guter Schauspielerleistung.

5 Stars (5 / 10)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.