Kreislauf

By | 4. Juni 2013

Ich bin hier ja angestellt worden als IT-Frachkraft. Allerdings sind die Aufgaben, mit denen ich betraut werden, doch eher die, einer Aushilfskraft. Ich bin mir nicht ganz im Klaren darüber, ob mir einfach keine anspruchsvolleren Aufgaben zugetraut werden, oder ob einige Leute hier „Angst“ vor einer Art von Konkurrenz haben. Das habe ich nämlich mittlerweile schon gelernt: Hier geht es vor allem darum, Aufgaben, Kompetenzen, Macht und Einfluss zu verteidigen, auch um seinen Besoldung zu sichern.

Wobei es generell schon sehr schwer ist, hier wirkliche Einbussen zu verzeichnen, wenn man einmal dazugehört. Wenn sich hier jemand unbeliebt macht, ich hab es jetzt bei anderen Abteilungen schon gesehen, wird seine Stellenbeschreibung nicht neu verhandelt oder er gar versetzt oder gekündigt. Nein, es wird für teures Geld eine Stelle geschaffen, die dem unliebsamen Kollegen die Arbeit abnehmen soll. Quasi ein  Vorgesetzter. Total sinnlos und überteuert wenn ihr mich fragt.

Bei mir greift jetzt nur seit einiger Zeit die Resignation, die sich vor allem darin äußert, dass ich sogar auf die paar Aufgaben, die mir zugetraut werden, keinen Bock habe. Das kommt mir vor wie das Prinzip der selbsterfüllten Prophezeihung. Natürlich mache ich jetzt bestimmt auf Kollegen einen lustlosen, inkompetenten und arbeitsscheuen Eindruck. Aber nur oder zumindest zum Großteil deswegen, weil man mir genau dass die ganze Zeit vermittelt.

Wenn man erstmal in der Lethargie des Nichtstun gefangen ist, fallen einem sogar die trivialsten Aufgaben schwer. Obwohl, nein, nicht die eigentlichen Aufgaben sind das Problem. Das Problem ist, sich aufraffen zu müssen aus seinem Stupor und überhaupt wieder tätig zu werden.

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