Daily update

By | 6. Juni 2013

Heute ist es sogar noch früher soweit. Die Kollegen waren/sind irgendwo unterwegs, ich bin größtenteils allein im Büro, gegenüber hat der Chef mal wieder einen seiner cholerischen Anfälle und ich bin durch mit dem Internet.

Schon stellen sich die Kopfschmerzen ein.

Wenn Chef rumbrüllt sind übrigens nie wir gemeint, sonder die ganzen anderen „inkompetenten Arschlöcher“ und „Vollidioten“ in anderen Abteilungen. Also die gleichen Leute, denen er am Telefon immer scheissfreundlich Honig um den Bart schmiert. Das mit der Konfrontation kann der Chef nämlich nicht wirklich gut. Eher so gar nicht. Am Telefon oder im direkten Gespräch ist er immer die bemühte Freundlichkeit in Person, immer mit einem nervösen Lacher auf den Lippen. Aber hintenrum kotzt er sich wohl immer hemmungslos aus. Wie mir gesteckt wurde auch über unsere Arbeitsweise und Kompetenz, was ich ziemlich feige finde, aber solange er mich da nicht direkt drauf anspricht, gebe ich da nicht allzu viel drauf.

Soll er doch in seinem Irrglauben verharren, ich bzw. wir hätten nichts drauf und wären nur faules Pack. Allein durch die Tatsache, dass ich keinen Uni-Abschluss habe, steck ich bei ihm sowieso in einer ganz bestimmten Schublade. So im Sinne von „sonderbegabt“ oder „er bemüht sich nach seinen besten Fähigkeiten“. So in der Art.

Ist mir egal, ich weiß was ich draufhabe. Habe immerhin Erfahrungen in der freien Wirtschaft, im Gegensatz zu ihm, und weiß wie man eine Abteilung auch führen könnte.

Ok, ich kann ihn sogar teilweise verstehen. Vor 20 Jahren mal Informatik studiert, direkt in den Uni-/ oder Forschungsbetrieb gewechselt und da geblieben. Er hat halt nur Interesse daran, seine Datenbanken zu entwickeln oder zu pflegen. Von dem operativen IT Geschäft, mit dem wir uns jeden Tag beschäftigen müssten, würde er am liebsten gar nichts hören. Es interessiert ihn einfach  nicht. Da werden lieber Entscheidungen spontan aus dem Bauch heraus gefällt, nur damit die endlich vom Tisch sind und man nicht mehr darüber diskutieren muss.

Aber anstatt konsequent zu sein, und z.B. die Leitung der kompletten IT gegebenenfalls abzugeben, sich nur noch um seinen Developer-Kram zu kümmern, und einen IT-erfahrenen, kompetenten Kollegen für die Leitung der operativen IT und des Helpdesks zu suchen, wird sich krampfhaft an seine Stellung geklammert.

Auf unserer aller Kosten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.